Travel: Wandern auf den Morro Dois Irmaos, Rio de Janeiro

Ich war bereits vor drei Jahren zum Schüleraustausch in Brasilien und habe während dieser Zeit bei einer Gastfamilie in Rio de Janeiro gewohnt. Mitte Oktober bin ich dann wieder für ein paar Tage nach Rio geflogen um meine Gastfamilie zu besuchen. Da ich bei meinem letzten Aufenthalt bereits alle Sehenswürdigkeiten und To-Do’s abgeklappert hatte, konnte ich mich dieses Mal also auf alle Sachen konzentrieren auf die ich Lust hatte. Das heißt ich habe die Sonne am Strand von Ipanema genossen, mich am Stand-Up Paddling probiert, war in Lapa gewesen und bin auf den Morro Dois Irmaos gewandert.

Der Morro Dois Irmaos (zu dt. “Felsen der zwei Brüder”) ist von den Stränden Ipanema und Leblon aus nicht zu übersehen. Mit 533 Meter über dem Meeresspiegel ist er nicht besonders hoch, bietet aber unter anderem einen großartigen Blick über Rio Sul und Rocinha, die größte Favela Rios. Man kann den Berg (oder ist es nur ein Fels bzw. Hügel?) auf einem 1,5 Kilometer langen Wanderweg besteigen, welcher in der Favela Vidigal beginnt. Diese Favela gilt als eine der sichersten und besten Favelas in Rio, inzwischen gibt es auch zahlreiche Anleitungen im Internet wie man den Berg alleine besteigen kann. Davon wurde mir jedoch dringend abgeraten.

Zwar wurden in Vorbereitung für die Weltmeisterschaft 2014 viele Favelas “passified”, also die rivalisierenden Gruppen wurden durch die Polizei zurückgedrängt, wodurch viele Favelas auch für Touristen zugänglich wurden. Durch die politischen und ökonomischen Probleme die das Land gerade durchlebt, stehen jedoch nicht mehr genug Gelder zur Verfügung um diese Polizeipräsenz aufrecht zu erhalten.

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Auch wenn die Favela Vidigal bisher noch als sicher gilt, habe ich mich für den sichersten Weg entschieden den Berg zu besteigen: Ich habe die Tour in einer Gruppe geführt von einem Local aus Vidigal gemacht. Ich habe mich für diese Tour entschieden und kann Sie euch nur empfehlen.

Nun zum Ablauf: Wir haben uns morgens vor dem Eingang der Favela getroffen, sind dann gemeinsam in die Favela gelaufen und haben von dort aus einen alten VW Bus zum unscheinbaren Eingang des Wanderweges genommen. Von dort aus hat der gut einstündige Aufstieg bis zum Aussichtspunkt begonnen. Wirklich schwierig oder anstrengend war das wandern nicht. Wichtig war es jedoch, genügend Wasser dabei zu haben, festes Schuhwerk zu tragen und ausgeruht zu sein.

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Auf dem Weg nach oben bereits auf der einen Seite den Ausblick auf die unendlichen Weiten des Ozeans und auf der anderen Seite die beeindruckende Favela Rocinha bestaunen.

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Ist man dann auf dem höchsten Punkt des Berges angekommen, wird man mit einem unbeschreiblichen Ausblick belohnt.

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Wieder am Ende des Wanderweges angekommen konnten wir uns dann entscheiden, ob wir wieder den Bus zum Treffpunkt nehmen wollten oder lieber durch die Favela laufen möchten. Wir haben uns natürlich für die zweite Variante entschieden.

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Wer also gerne mal nach Rio aus einem anderen Winkel betrachten möchte, für den ist die Wanderung auf den Aussichtspunkt des Morro Dois Irmaos defintiv eine Alternative.

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