Zero Waste im Bad – einfacher als gedacht

Nachdem ich euch hier bereits erzählt habe, was sich zur Müllvermeidung im Alltag für mich besonders eignet, geht es heute speziell um die Hygieneartikel bzw. das Bad.

Aufbrauchen

Das Wichtigste ist auch hier: Zuerst aufbrauchen was man bereits hat und man ist erstaunt wie viel man tatsächlich hat. Sich mit ZW im Bad und bei Hygieneprodukten so richtig auseinanderzusetzen hat bei mir wirklich gedauert und ich bin auch immer noch nicht fertig. Ich rede persönlich beim aufbrauchen nicht von Wochen, sondern Jahren. Es gab und gibt einfach noch viel zu viel Zeugs das sich angehäuft hatte. Viel hatte ich geschenkt bekommen, es wurde im Angebot gekauft oder man wollte es mal ausprobieren. Man ist erstaunt, wie viel man tatsächlich besitzt

Rasur

Das gute am Rasierhobel ist, dass er komplett plastikfrei ist. Die Klinge ist aus Edelstahl und kann somit recycelt werden. Ich habe mich Hals über Kopf in dieses Schmuckstück verguckt, gekauft und doch noch nicht benutzt, weil ich kurz darauf noch Rasierklingen für meinen jetzigen Rasierer gefunden habe (Punkt 1: Aufbrauchen). Auch das war ein Vorteilspack, welches vor Jahren von meiner Mama gekauft wurde.

Infos und Tipps über die Verwendung des Rasierhobels findet ihr in Laura Mitullas Post.

Zahnpflege

Zero Waste ist keine Einbahnstraße und niemand muss dabei perfekt sein. Im Alltag verwende ich eine elektrische Zahnbürste mit der hochkonzentrierten Zahncreme, weil ich so die beste Zahnpflege bekomme. Da die Zahncreme hochkonzentriert ist, wird bei der Produktion weniger Wasser, weniger Verpackung, etc. benötigt. Natürlich mehr als bei den Zahnputztabletten, aber viel weniger als bei einer regulären Zahncreme und dabei hält diese genauso lange.

Unterwegs hat sich die Zero Waste Variante bestehend aus Bambuszahnbürste und Zahnputztabletten als perfekte Reisebegleiter herausgestellt, da diese Variante auch Handgepäckstauglich ist.

Haarpflege

Einer meiner ersten Schritte hin zu Zero Waste war es, mir eine Haar- und Körperseife zuzulegen. Das war bereits 2015. Zwei unterschiedliche Seifen, da die Haarseifen teurer sind und reichhaltiger, als Sie es für den Körper sein müssten. Natürlich kann man auch die Haarseife für den Körper verwenden.

Irgendwie halten meine Produkte immer so wahnsinnig lange, deswegen habe ich mich auch nach zwei Jahren durch noch nicht allzu viel durchprobieren können. Dies spricht natürlich dafür für die Preis-Leistung der Produkte. Die Haarseife war zugegeben ein großes Stück und hat bis zu diesem Sommer gehalten. Nachdem der Conditioner alle war, kam im Jahr 2016 auch die feste Spülung von Lush hinzu. Diese wird aufgebraucht, aber noch einmal kaufen würde ich Sie wahrscheinlich nicht und stattdessen auf ein wirkliches Naturkosmetiklabel setzen.

Mit den Shampoobars bin ich sehr zufrieden. Sie halten ja sehr lange bei mir, da ich meine Haare eher selten wasche. Auch bekommen meine Haare dadurch genauso viel Feuchtigkeit wie durch ein reguläres Shampoo für trockene Haare. Inzwischen gibt es auch für alle Haartypen die richtige Haarseifen. Einfach mal im Unverpackt Laden eures Vertrauens fragen.

Deodorant (PR Sample)

Leider hatte ich schon immer Probleme mit Deoprodukten im Allgemeinen, da diese immer nicht vernünftig gewirkt haben. Sein eigenes perfektes Deodorant zu finden, ist aber glaube nicht nur für mich ein Prozess gewesen. Dieses hier ist von der Berliner Naturkosmetikmarke i plus m und es wirkt und wirkt und wirkt, auch bei meinen sehr anstrengenden und schweißreichenden Trainingseinheiten. Aktuell ist es das Einzige, das ich empfehlen kann. Aufgrund der Glasverpackung ist es nicht müllfrei, aber die Gläser lassen sich sehr gut wiederverwenden (z.B. für DIYs wie Lip Scrubs, etc.)

Auf dem Bild ist die kleine Dose mit 15ml abgebildet, welche bei mir gut 2 ½ Monate gereicht hat. Die größere Packung (30ml, besseres Preis-Leistungs-Verhältnis) und eine andere Sorte probiere ich gerade aus und bin bisher genauso zufrieden. Beide Varianten habe ich als PR Sample erhalten, was mich aber nicht weniger darüber schwärmen lässt.

Haarbürsten und andere Sünden

Die Haarbürste ist hier symbolisch für alles zu verstehen, was nicht Plastik- bzw. insgesamt Müllfrei ist und für was wir uns nicht schlecht fühlen müssen. Denn wenn ich meine Haare vernünftig kämmen möchte und es nicht 1 Stunde dauern soll, funktioniert eine Paddle Brush einfach am besten. Der Vorgänger hat viele Jahre gehalten und im Anschluss habe ich das Holz und Plastik getrennt (!) voneinander entsorgt.

Ein weiterer bei mir sehr aktueller Punkt ist Make-Up. Die Make-Up Phase in meiner Teenagerzeit habe ich erfolgreich übersprungen und es bis dato auch nie vermisst. Da wir für Teamauftritte aber durchaus geschminkt sein müssen, musste ich dies nun im absoluten Schnelldurchlauf lernen und mir die passenden Produkte zulegen. Um Produkte wie Mascara, Rouge, etc. selber zu machen war weder Zeit noch Muße vorhanden. Ich habe also versucht so bedacht wie möglich zu handeln: Ich habe mir genau erklären lassen was ich benötige und durfte mir probeweise von Freunden Dinge wie Rouge, Lidschatten, Pinsel, etc. zum ausprobieren leihen. Alles was wirklich besser neu benutzt werden sollte wie Mascara, Eyeliner und Puder habe ich mir als Naturkosmetik gekauft. Pinsel habe ich mir erst zugelegt, nachdem ich herausgefunden habe welche ich wirklich brauche. Es geht also nicht darum perfekt zu sein, sondern in seinem Rahmen die bestmögliche Entscheidung zu treffen.

Wäsche

So gut manch einer von uns dabei ist offensichtliches Plastik zu vermeiden, so schlecht sind viele von uns noch dabei Mikroplastik zu vermeiden. Beim Waschen von synthetischen Stoffen wie Polyester in lösen sich Fäden, welche von Kläranlagen nicht gefiltert werden können und sich so in Seen, Flüssen und Meeren anreichern – diese zählen Mikroplastik.

Die aktuell einzige Lösung im Mikroplastik vollständig daran zu hindern ins Abwasser zu gelangen ist das Waschen der synthetischen Kleidung mit einem Guppyfriend. Entwickelt von der Firma Langbrett haben diese auch das Patent darauf. Es handelt sich um einen Stoff welcher ebenfalls in der Medizin eingesetzt wird. Ich habe den Guppyfriend seit einiger Zeit im Einsatz und kann nach einigen Wäschen auch immer das Mikroplastik heraus sammeln und im Plastikmüll entsorgen.

Wer dieses Produkt nicht besitzt, kann dennoch einiges tun um den Abrieb der Partikel aus der Kleidung zu minimieren, z.B: nur waschen wenn es nötig und die Trommel voll ist, bei niedriger Temperatur und Schleudern ebenfalls nur bei möglichst geringer Drehzahl. Weitere Tipps findet ihr auf der Guppyfriend Webseite.

Zero Waste im Bad fällt mir noch mit am schwersten und auch ich gehe hier Kompromisse ein. Dieser Artikel soll euch nicht nur Alternativen für herkömmliche Plastikprodukte aufzeigen, sondern vor allem beweisen das Zero Waste nicht schwarz oder weiß ist. Man kann mit einfachen Änderungen viel Müll und Geld sparen. Wir alle versinken jedoch auch mal im Alltagstrott, lassen uns hinreißen, haben Gelüste oder müssen schlichtweg Anforderungen von Außen erfüllen. Eine Auflistung meiner früheren Artikel zum Thema Müllvermeidung und Zero Waste findet ihr hier.

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