Slow Fashion: SS 2018 – Welche Trends sind geblieben?

Als ich vor einigen Wochen wieder einen längeren Blick in meinen Kleiderschrank geworfen habe, habe ich gemerkt, dass ich ziemlich zufrieden zurzeit damit bin. Da habe ich mir zum ersten Mal konkret die Frage gestellt, welche Trends denn eigentlich von den Modehäusern aus der letzten Saison weitergetragen bzw. was in abgewandelter Form in die neue Saison gebracht wurden. Mit welcher Kleidung aus meinem Schrank ich auch weiterhin als modisch gelten würde. Selbst wer bewusst und weniger konsumiert, möchte ja nicht “unmodisch” gekleidet die Straßen erobern. Welche Kleidungsstücke kann also eine bewusst konsumierende, eine Slow Fashionista getrost eine weitere Saison tragen?

Wenn wir über Slow Fashion sprechen, reden wir unweigerlich darüber, dass wir unsere Kleidungsstücke länger als nur ein paar Mal tragen. Auch wenn uns das Fast Fashion Karussell uns gerne erzählen möchte, dass kommende Saison so ziemlich ALLES neu ist, sind es in meinen Augen meist nur Abwandlungen vorheriger Saisons. Ich habe somit die Trendprognosen für die kommende Frühjahr / Sommer Saison mit meinen eigenen Kleiderschrank und dem Streetstyle in Berlin verglichen. Daraus entstanden ist ein etwas anderer „Trendguide“, voller Kleidungsstücke die viele von uns vielleicht schon im Schrank haben, welche wir getrost weitertragen können und dennoch damit modisch ganz vorne mitzuspielen.

Farben

Pastellfarben:

Babyblau, Hellrosa oder Lust auf Eis weckende Namen wie Limone und Pistazie. Pastellfarben haben bereits die letzten Jahre den Frühling eingeläutet und machen es dieses Jahr ebenfalls. Wenn ihr also noch schöne Kleidungsstücke in diesen Farbtönen besitzt, möchten diese nun gerne wieder ausgeführt werden.

Starke Farben:

Der Gegentrend zu den soften Pastelltönen lässt natürlich nicht lange auf sich warten. Ich habe viel kräftiges Gelb, Rot und Blau gesehen. Kurz: Das ist die offizielle Erlaubnis sämtliche Farben zu tragen, auf welche ihr Lust habt.

Schnitte

High-Waist:

Es hat sich scheinbar bei sämtlichen Beinkleidern durchgesetzt, dass der Bund von Saison zu Saison weiter nach oben gewandert ist. Gefällt mir persönlich sehr gut. Definitiv meine liebste Bundhöhe und es ist nicht abzusehen, dass sich das so schnell ändern wird. Sowohl modisch als auch persönlich.

Oversized:

Das ist ein weiterer Trend, der uns schon angenehm lange begleitet, v.a. in Form von weiter geschnittenen Oberteilen. Jedoch dürfen auch Kleider, Hosen und Röcke seit einigen Saisons weiter geschnitten sein, müssen diese aber nicht. Also bloß nicht die heiß geliebten und ach so gemütlichen Kleidungsstücke einmotten, sondern kreativ in die Frühjahrsgarderobe einbauen!

Seitenschlitz:

Immer öfter wurden Sweater, Röcke und Kleider mit Seitenschlitzen aufgewertet. Diese könnt ihr auch getrost weitertragen! Auch ich dachte erst, dass ich kein Kleidungsstück besitze, um dann doch festzustellen, dass ich zwei Kleidungsstücke besitze. Lässt der Schlitz nicht zu tief blicken, ist er auch definitiv bürotauglich.

Aus dem Archiv

Looks

Culotte:

Ich finde Culottes klasse und so herrlich Bürotauglich. Bei wärmeren Temperaturen muss man sich nicht in einer engen Skinny Jeans ins Büro quälen, sondern greift auf eine Culotte zurück. Mit erhöhter Bundhöhe und weitem Bein, kann die Culotte eine besonders schöne Figur machen.

Statement T-Shirts:

Selbstbewusste, feministische oder witzige Aussagen auf (nachhaltig produzierten) T-Shirts dürfen auch dieses Jahr weiterhin nicht fehlen. Also bitte tragt und lebt eure positiven Statements weiter aus.

Shirt: Myrka Studios, Copyright: Lydia Hersberger

Slipdress:

Das Slipdress hatte einen eher verruchten Ruf und dadurch ein etwas schwereres Comeback gehabt. Der Streetstyle hat dem Kleidungsstück jedoch zu neuem Glanz verholfen. Es eignet sich jedoch herrlich für einen lässigen Tageslook, z.B. mit dem oben bereits erwähnten Statement Shirt drunter und einem coolen Paar Sneaker.

Denim All-Over:

Oft angepriesen und vor allem in größeren Städten häufig gesehen. Jeansstoffe kommen einfach nie aus der Mode und es von Kopf bis Fuß zu tragen ist mutig, sieht aber sehr cool aus. Es muss aber nicht unbedingt ein neues Jeans Kleid sein oder der coole Denimjumpsuit – mit Jeansjacke und -hose ist der lässige Look schnell erstellt.

Was habe ich also aus meiner etwas genaueren Trendanalyse mitgenommen? Nichts ist wirklich neu, vieles nur neu kombiniert und das was du und ich in unserem Kleiderschrank haben bringt uns mit großer Wahrscheinlichkeit noch sicher durch die nächste(n) Saison(s). Wir lernen also das eine bewusste Fashionista immernoch eine Fashionista ist.

Zum Abschluss möchte ich nur noch sagen: Tragt was ihr wollt und worin ihr euch wohl fühlt. Dieser Artikel ist das öffentliche Niederschreiben von meinen Beobachtungen und ein Appell das beste aus den vorhandenen Kleidungsstücken zu machen. Es bringt nichts, alle Trends und Stilrichtungen der Welt in seinem Kleiderschrank zu haben, wenn man sich darin nicht wohlfühlt und sie deshalb nicht trägt.

4 Comments

  1. […] etwas Neues brauchst. Mach deinen Schrank auf und werde kreativ. Du kannst aber auch in meinem „Trendreport“ schauen, welche Trends aus den letzten Saisons geblieben sind. Denk dir neue […]

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  2. Franzi 21/03/2018

    erst kürzlich auch so eine Ananlyse gemacht und festgestellt, dass ich genau die gleichen Teile wie 2015 Trage nur halt irgendwie anders kombiniert. Ich glaube, so wie du auch meintest, dass in dem moment in dem man nicht mehr Trends hinterherrennt und das trägt was einem gefällt einen modischen und vor allem zeitlosen Stil entwickelt!

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    • Phoebe 21/03/2018

      Interessant das du es genauso siehst! Es ist ein tolles Gefühl langsam aber sicher seinen eigenen Stil zu finden 🙂

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  3. Denise 13/03/2018

    Liebe Phoebe,

    danke dir für diesen toll geschriebenen Post und dein so wichtiges Abschlussstatement!

    Liebe Grüße Denise

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