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Heute ist der 24. April 2019. Heute vor genau 6 Jahren, am 24. April 2013, ist der Rana Plaza in Bangladesch eingestürzt. Ein tragisches Unglück das 1134 Todesopfer forderte und bei dem über 1800 Menschen verletzt wurden. In dieser Fabrik, dem Rana Plaza, wurde Kleidung u.a. für die Marken Benetton, Kik, Mango und Primark hergestellt. Das besonders tragische: Die Mitarbeiter haben auf die massiven Mängel im Gebäude aufmerksam gemacht und mussten dennoch weiterarbeiten. Dieser Tag wird als Tag der Erinnerung genommen, dass es so in der Modeindustrie nicht weitergehen darf. Das Menschen nicht bei der Arbeit um Leib und Leben fürchten müssen, nur damit wir die “letzten Trends” im Laden kaufen können.

Was ich mir von der Fair Fashion Szene wünsche habe ich euch letztes Jahr in diesem Beitrag bereits niedergeschrieben. Dieses Jahr möchte ich mich mit dir, als Konsument*in,, auseinandersetzen. Wenn man bereits einige Jahre sich mit Fair Fashion auseinandersetzt, vergisst man schnell wie es ist ganz am Anfang zu sein. Modeaktivismus ist viel einfacher, als die meisten von uns sich vorstellen. Ich bin mir sicher, dass auch für dich etwas dabei ist. Doch wo anfangen, wenn man das Bauchgrummeln beim Kleiderkauf nicht mehr los wird? Genau da:

1. Akzeptanz

Du fühlst dich komisch wenn du zu deinem Lieblingsshop mit dem großen Z gehst? Du fragst dich wo die Kleidung herkommt, die du so günstig im Sale bekommst? Der Begriff Rana Plaza und Fashion Revolution sagen dir etwas? Klasse!

Unterschwellig dürfte dem Großteil von uns klar sein, dass es bei einem Shirt für ein paar eure nicht mit fairen (oder nachhaltigen) Dingen zugehen kann. Das jedoch auch die Jeans für über 100€ nicht unter besseren Bedingungen gefertigt wird, ist vielleicht nicht jedem bewusst. Falls doch, schieben wir solche Gedanken gerne beiseite. Sei die Veränderung und sieh der Wahrheit ins Auge.

2. Nutze was du hast

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Du kannst auch einfach bewusst aufs Einkaufen verzichten, z.B. für 3 Wochen, 3 Monate oder ein ganzes Jahr. Das die Kleidung in deinem Schrank weiterhin wahrscheinlich genug Street Credibility hat beweise ich dir in meinem etwas anderen Trendreport. Zudem gibt es dir mehr Zeit dich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Du kannst aber auch lernen, kleine Löcher zu stopfen oder Knöpfe anzunähen. Probiere doch vielleicht auch mal eine Capsule Wardrobe aus? All diese Möglichkeiten helfen es, deine Kleidung wieder mehr zu schätzen und spart dir außerdem Geld.

3. Informiere dich

Warum ist es eigentlich nun genau verwerflich Fast Fashion zu kaufen? Gibt es vielleicht auch eine Feministische Komponente? Welche Marken gibt es und wo finde ich welche die mir gefallen?

Du kannst Dokus schauen, z.B. The True Cost, Machines oder Fair Traders. Brand Guides helfen dir beim finden von tollen Fair Fashion Alternativen. Die Zahl an nachhaltigen Influencern und Content Creator wird immer größer. Du kannst auch Events besuchen, wenn du dich traust. Gerade jetzt zur Fashion Revolution Week gibt es viele Möglichkeiten in ganz Deutschland. Eine ausführliche Liste im Fashion Changers habe ich dir hier verlinkt und die weltweiten Events auf der offiziellen Seite der Fashion Revolution findest du hier.

4. Unterschreibe diese Petition

Heute geht eine zweite Auflage der Petition für ein Gesetz zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht von Lisa Jaspers, Gründerin des
Fair-Trade-Labels FOLKDAYS, auf change.org online.

Die Petition ruft Angela Merkel und die zuständigen Ministerien dazu auf, endlich Nägel mit Köpfen zu machen. Denn Deutschland darf sich nicht länger hinter unverbindlichen Textilbündnissen und Aktionsplänen verstecken, sondern muss Gesetze schaffen. Nach wie vor ist es schwer, wenn nicht unmöglich, deutsche Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen in ihren eigenen Lieferketten zur Verantwortung zu ziehen. Die meisten europäischen Regierungen setzen lediglich auf freiwilliges unternehmerisches Engagement, für das heutzutage Marketing oder Corporate Social Responsibility, sogenannte CSR-Abteilungen, zuständig sind. (Quelle: Folkdays)

Wenn auch du dafür bist, dass der Konsument nicht sämtliche Verantwortung tragen soll, sondern vor allem die Unternehmen, dann unterschreibe gerne diese Petition und teile Sie mit #fairbylaw.

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5. Rückschläge sind ok

Oh je, du bist ausversehen doch beim Fast Fashion Riesen gelandet und zugeschnappt? Vielleicht sogar das eine Kleidungsstück gefunden und dich auf den ersten Blick verliebt?

Mach dir keine allzu großen Vorwürfe, sondern pflege dein neues Kleidungsstück und trage es so lange wie möglich. Wir sind alle fehlbar. Es sollte nur die Ausnahme bleiben. Je mehr du dich mit dem Thema auseinandersetzt, desto wahrscheinlicher wird dein Verlangen danach auch sinken.

6. Frage: Who made my clothes?

Aufgrund langer, undurchsichtiger Lieferketten und Subunternehmer können viele Brands nicht nachvollziehen, wer denn tatsächlich Ihre Kleidung fertigt. Deshalb versuchen Sie Menschenrechtsverletzungen und Kinderarbeit mit genau dieser Ausrede abzutun. Doch nicht mehr mit dir: Frage die Marken auf den Social Media Kanälen, per E-Mail, per Telefon oder im Laden #whomademyclothes? Kann oder will man dir die Frage nicht beantworten ist das ein erste Zeichen, dass sich das Unternehmen nicht wirklich um seine Produzenten sorgt. Deshalb kannst und willst du bei diesem Unternehmen auch nicht mehr dein Geld lassen. Sorry not sorry.

Monki: #whomadymyclothes ?

7. Geh raus auf die Straße

Fashion Revolution – The Move. Diesen Samstag, am 27. April gibt es in Berlin und Hamburg Demonstrationen. Jeder von uns hat eine politische Stimme. Diese können, dürfen und sollen wir dafür einsetzen, um uns gegen Mode auf Kosten von Menschen und der Erde stark zu machen.
Der freiwillige Dresscode: Denim inside out. Du kannst in eine Jeans schlüpfen, deine Jeansjacke umdrehen oder dein Jeanshemd auf links drehen. Bastel dir auch gerne ein Schild. Demoschilder sind super.

7. Spread the message

Juhu, du bist nun ein Teil der Fashion Revolution! Wie so oft geht es auch bei fairer und nachhaltiger Mode darum einfach anzufangen. Wenn du dich wohl damit fühlst, teile nun ruhig dein neugewonnenes Wissen. Vielleicht mit einem Elternteil oder guten Freund*in oder der ganzen Welt via Social Media. Du bist ein Teil der Veränderung und mit mehr Leuten können wir mehr erreichen. Let’s do this!